Humankind | Die Wiege der Menschheit

Humankind
Die Wiege der Menschheit


Grundlagen


Wer schon einmal einen Ableger der Civilisations-Reihe spielen durfte, wird Humankind sehr vertraut vorkommen. Doch warum ist Humankind so ein großes Thema? Beginnend mit dem Entwicklerstudio von Humankind „Amplitude Studios“ lässt sich schon eine positive Referenz rauslesen, welches dem Einen oder Anderen schon in der Vergangenheit durch tolle rundenbasierte Strategiespiele aufgefallen ist. Humankind ist damit kein Schuss ins Blaue, sondern ein gezielter Schlag in dieser Branche.


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Im Prinzip haben Civilisation und Humankind sehr viele Gemeinsamkeiten und unterscheiden sich in diversen Punkten auch kaum, an anderen Stellen scheint Humankind wiederum vorausgedacht zu haben. Beleuchten wir also mal den Start in Humankind.



Der Beginn - der Nomadenstamm


Viele kennen es von Civilisation, eine Siedlergruppe, eventuell noch von Kriegern eskortiert, sucht sich so schnell wie möglich einen passenden Platz für die Stadt, um weder um später hinterherzuhinken noch um ein verfrühtes Ende durch Verlust der Siedler zu erliegen.


Anders ist das in Humankind. Als Nomadenstamm gilt es zuerst genug Nahrung zu finden z.B. durch Pflücken von Beerensträuchern oder Töten von Tieren in der Welt. Hat man genug gesammelt, kann man weitere Jägergruppen „erzeugen“ lassen. Der Stamm wächst so lange bis genug Einfluss für einen Außenposten gesammelt wurden. Die Nomaden werden sesshaft, bauen Felder an und Häuser auf. Ein kleiner Unterschied zu Civilisation liegt hier an dem Ort, an dem die Stadt bzw. der Außenposten gebaut werden sollte. Nahrung und Industrie geben die Fruchtbarkeit und Produktionsrate wieder, die auf diesem Feld bzw. den umliegenden Feldern liegt.


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Durch Wachstum, Wissenschaft, Kriege, Bebauung usw. werden „Epochensterne“ gesammelt. Eine Form von Meilensteinen, welche nach einer von der aktuellen Epoche ausgehenden Anzahl die nächste Epoche einleitet.


Beginnend mit der Jungsteinzeit geht es weiter in der Antike. Auch hier gibt es einen besonderen Unterschied zu Civilisation, das Volk, welches gewählt wird ändert sich mit jeder Epoche. Besondere Boni von jedem Volk bleiben über die Zeit jedoch bestehen. Jede Epoche bietet somit nochmal zusätzlich neue Möglichkeiten.


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Der Städtebau beginnt


Das Erkunden und Sammeln bringt weiteren Einfluss, bis schließlich der Außenposten zu einer Stadt heranwächst. Ähnlich wie in Civilisation werden auch hier rundenbasierte Bauten in den Städten in Auftrag gegeben oder Weltwunder gebaut. Anders ist jedoch die Mechanik mit Bezirken. Bezirke bringen je nach Art (Nahrung, Produktion, Wissenschaft, Militär) unterschiedliche Ressourcen oder Vorteile auf Kosten der Stabilität. Um eine große Fläche verwalten zu können, sind weitere Bauten, Festungen oder Ähnliches notwendig, denn eine zu geringe Stabilität kann zu Revolutionen führen.


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Wer zu viele Städte besitzt oder zuvor einen Außenposten aufgebaut hat, um eine Fläche zu sichern oder eine bessere Stellung in einem Krieg zu haben, kann diese in bereits existierende Städte eingliedern und daraus Verwaltungszentralen erschaffen. Das Resultat daraus sind riesige Städte und große Flächen. Die einstigen Siedlungen werden im Laufe der Zeit zu Riesenmetropolen.



Politik und Diplomatie oder Krieg und totale Vernichtung


Im Zusammenspiel mit anderen Mitspielern oder KI existiert natürlich auch ein Diplomatiefenster. Dort können Handelsabkommen, Allianzen oder sogar der Austausch von Landkarten erfolgen. Des Weiteren existiert durch ständige Ereignisse und der Bestimmung der Gesetze und Vorschriften in seinem Reich eine ideologische Komponente. Seid ihr ein weltoffenes Land, mit einer Demokratie und offen für andere Religionen oder ein autokratisches, von außen unzugängliches Reich? Diese Entscheidungen geschehen anders als in Civilisation nicht sofort und sind weder endgültig noch genau festgeschrieben.


Durch die Mechanik, dass die Ideologie durch kleinere und größere Entscheidungen nach und nach in eine oder mehrere Richtungen wächst, ist die Ideologien der Reiche nicht immer eindeutig bestimmbar und verschwimmt zwischen den Grenzen. Ob eure ideologische Auffassung mit eurem Nachbarn übereinstimmt, zeigt ein Indikator, der zwischen „Feindlich“, „Tolerant“ und „Verwandt“ unterscheidet.


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Falls mal doch nicht die diplomatischen Beziehungen so gut laufen, wie sie sollen, kann ein Groll entstehen. Falls ihr einen Groll gegen ein Reich hegt, habt ihr die Möglichkeit diesen zu vergeben und auf Forderungen zu verzichten oder eine Forderung als Konsequenz zu stellen. Kommt die andere Partei dem nicht nach, erhöht sich eure Kriegsunterstützung gegen dieses Reich. Ihr seid nämlich nicht in der Lage jedem Reich sofort den Krieg zu erklären, ihr benötigt auch die Unterstützung aus eurer Bevölkerung, was bestimmt so manchen Tyrannen etwas verschmähen dürfte. Wenn eure oder ihre Kriegsunterstützung auf 0 sinkt, wird die jeweilige Partei zur Kapitulation gezwungen. Dort könnt ihr auf Reparaturkosten, Städte oder einem Vasallenbund bestehen.



Die Schlachten


Ein ausgeklügelteres Konzept als in Civilisation ist die Schlachtmechanik. Anstatt jede Einheit einzeln pro Feld zu haben, können sich hier die Einheiten in Verbänden, sog. Regimenten, sammeln und gemeinsam laufen, fahren, fliegen, schwimmen und kämpfen. Kommt es zu einem Kampf, kann man in der manuellen Schlacht die Einheiten auf die umliegenden Felder taktisch platzieren und anschließend gegeneinander antreten lassen. Übrigens bedeutet es nicht, dass in Friedenszeiten keine Schlachten ausgetragen werden können.


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Kleinere Scharmützel oder Kämpfe können zwischen anderen Reichen auf neutralen Boden ausgetragen werden, ohne direkt einen Krieg auszulösen. Allerdings greift hier wieder die Mechanik mit dem Groll gegen andere Reiche.



Die Geschichte der Geschichte


Man fühlt sich während man wächst und sich weiterentwickelt nicht allein gelassen. Man hat das Gefühl man bekommt nach und nach eine Geschichte erzählt, die man sich selbst bastelt. Erfolgreich umgesetzt wurde das durch eine angenehme, humorbehaftete Erzählerstimme, die Fortschritte und Entscheidungen liebevoll kommentiert.

Ein weiteres liebevolles Detail sind die Zwischensequenzen, die am Beginn einer jeden neuen Epoche gezeigt werden. Es gibt einem das Gefühl man selbst schreibt die Geschichte der Menschheit oder zumindest einen Teil davon.


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Fazit


Humankind ist zwar ähnlich wie Civilisation, doch hat es sich viele Dinge zu eigen gemacht und toll umgesetzt. Nicht zu vergessen ist die von Amplitude Studios bekannte, epische Musik. Humankind hat vieles richtig gemacht und ist einen Blick wert. Der Multiplayer unterscheidet sich bis auf die Tatsache gegen andere Spieler, anstatt gegen KI zu kämpfen, zwar wenig mit dem Singleplayer, sich mit Freunden zusammen zu entwickeln oder zu bekämpfen hat einen gewissen Mehrwert.

Die Entwickler haben für die Zukunft bereits DLCs angekündigt. Das Spiel ist auf Steam oder Epic Games aktuell (Stand: Sep. 2021) für knapp 50 € erhältlich. Eine optionale Deluxeversion ist für weitere 10 € bzw. insgesamt 60 € verfügbar.





Bewertung


Umfang: 6,5/10

Gameplay: 7/10

Atmosphäre: 8/10

Spieldesign: 8/10

Einsteigerfreundlichkeit: 8/10

Multiplayer: 8/10

Kampagne: 7/10

Preis-/Leistung: 7/10

Innovation: 5/10

Communityverbundenheit: 8/10


Gesamt: 72,5/100




Über den Verfasser


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Relly, 22,

ist beruflich in der IT tätig und

Science-Fiction Fan. In der Community ist er

seit dem 28.12.2019

Kommentare 4

  • Ein sehr, sehr interessantes Spiel. Überlege mir gerade, ob ich es mir kaufen soll.

    • Lohnt sich definitiv!

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    • Lohnt sich, habe es mir gemeinsam mit nem Kumpel gekauft und es nicht bereut.

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    • Lohnt sich hab es alleine gespielt

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